AGRI PV-ANLAGE BAD RAPPENAU

In Fürfeld bei Bad Rappenau ist ein wegweisendes und international einzigartiges Projekt für die Energiewende entstanden: Eine 20 Hektar große Agri-Photovoltaik-Anlage, auf der Bio-Landwirtschaft betrieben und gleichzeitig Solarstrom erzeugt wird. Dieses Pionierprojekt zeigt, wie erneuerbare Energien und Landwirtschaft erfolgreich kombiniert werden können.

Eckdaten zum Projekt:
– Fläche: 23,9 ha
– Module: 7.548 bifaziale PV-Module, in 67 Modulreihen mit einer Gesamtlänge von 11,47km
– Leistung: 5.450 kWp
– Versorgung: Jährlich 6 GWh Solarstrom für rund 2.172 Haushalte
– CO₂-Reduktion: 4.160 Tonnen jährlich

Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft

Das Projekt wurde auf Initiative von Michael Freiherr von Gemmingen ins Leben gerufen und wird gemeinsam mit ihm, der BEG Kraichgau und weiteren in einer Projektgesellschaft umgesetzt. Maßgeblich an der Realisierung beteiligt ist John Deere. Der Landtechnikhersteller hat mit Freiherr von Gemmingen eine Vereinbarung geschlossen, die einen garantierten Strompreis zusichert. Damit setzt das Unternehmen nicht nur ein klares Zeichen für Innovation und Nachhaltigkeit, sondern trägt auch dazu bei, das Potenzial der Agri-PV-Technologie international sichtbar zu machen. Für die Unterstützung der regionalen Stromerzeugung erhält das Unternehmen entsprechende Umweltzertifikate.

Ein Pionierprojekt für die Energiewende

Die Kombination aus senkrechten, bifazialen Photovoltaikmodulen und landwirtschaftlicher Nutzung ist noch eine junge, aber vielversprechende Technologie. In Fürfeld wird dieses Konzept auf ein neues Level gehoben und erhält Einzigartigkeit: Die 13,6 Meter breiten Modulabstände ermöglichen den Einsatz großer landwirtschaftlicher Maschinen, sodass die Bewirtschaftung der Flächen nicht nur symbolisch, sondern in Maßstäben der modernen biologischen Agrarproduktion uneingeschränkt weitergeführt werden kann.

Mit der Agri-PV-Anlage in Fürfeld gehen John Deere, Michael Freiherr von Gemmingen und die BEG Kraichgau neue Wege. Das Projekt ist nicht nur ein Meilenstein für die Energiewende im Kraichgau, sondern auch ein Pionierprojekt auf internationaler Ebene. Die Ost-West-Ausrichtung der bifazialen Module sorgt für eine gleichmäßige Stromproduktion – mit hohen Erträgen bereits in den Morgen- und Abendstunden. Dadurch wird die Netzintegration optimiert und das Potenzial der Sonnenenergie noch besser genutzt.

„Anlagen wie die in Fürfeld sind enorm wichtig und sorgen in Zukunft für eine Versorgungssicherheit mit dezentraler Energiegewinnung.“ Thekla Walker, Umweltministerin BW

Landwirtschaftlich sinnvoll: Windschutz, Bodenerhalt und präziser Anbau

Auch aus agrarischer Sicht bringt die Agri-PV-Anlage in Fürfeld Vorteile mit sich. Landwirt Michael Freiherr von Gemmingen beobachtet seit Jahren, dass die zunehmend trockenen Frühjahre in Kombination mit Starkregenereignissen den fruchtbaren Kraichgauer Boden abtragen – eine Erosion, die langfristig die Erträge gefährden kann. Die senkrechten Modulreihen der Agri-PV-Anlage wirken hier wie Windschutzwände oder Schattenspender und könnten helfen, den Ertrag zu sichern.

Gleichzeitig bieten die PV-Modulreihen auch Schutz für das Getreide. Vor allem bei extremen Wetterereignissen wie Starkregen oder stürmischen Böen – Phänomene, die durch den Klimawandel immer häufiger auftreten.

Mit über 1.500 Hektar bewirtschafteter Fläche zählt von Gemmingen zu den größten Landwirten der Region. Dank seines hochmodernen Maschinenparks kann er die Entwicklung der Flächen mit und ohne Agri-PV präzise vergleichen. Die satellitengestützte Steuerung der Landmaschinen ermöglicht dabei eine exakte Navigation zwischen den Modulreihen und macht die Kombination von Landwirtschaft und Solarenergie praktikabel und effizient.